„Das kann ich nicht.“ – Wie unsere innere Haltung berufliche Möglichkeiten begrenzt
- Daniela Sattler

- 4. März
- 2 Min. Lesezeit

„Auf keinen Fall probiere ich das aus. Das kann ich nicht.“
Diesen Satz hörte ich kürzlich in einer Yoga-Klasse, als eine neue Asana vorgeschlagen wurde.
Diese rasche vehemente Ablehnung hat mich stutzig und den Coach in mir hellhörig gemacht.
Noch bevor klar war, wie wir uns annähern würden, bevor Vorübungen erklärt waren, bevor ein erster Schritt gemacht wurde, stand das Urteil stand fest.
Und genau hier liegt eine Parallele zum Berufsleben.
Vorschnelle innere Urteile im Job
Im beruflichen Kontext begegnen uns ähnliche Situationen:
Eine neue Rolle wird angeboten.
Ein Konflikt sollte angesprochen werden.
Mehr Sichtbarkeit wird erwartet.
Verantwortung soll übernommen werden.
Und oft kommt der Gedanke schneller, als wir ihn prüfen:
„Das kann ich nicht.“„Das ist nichts für mich.“„Dafür bin ich nicht gemacht.“
Dabei handelt es sich selten um eine fundierte Analyse.Es ist vielmehr ein automatisches inneres Urteil – geprägt von Erfahrungen, Selbstbildern oder alten Bewertungsmustern.
Niemand beginnt mit dem Kopfstand
Im Yoga beginnt niemand direkt mit dem Kopfstand.Es gibt Vorübungen. Stabilisierung. Zwischenschritte.
Im Berufsleben ist es nicht anders.
Große Ziele oder neue Verantwortungsbereiche wirken überwältigend, weil wir sie gedanklich sofort in ihrer Endform betrachten.
Was wir ausblenden:
Entwicklung verläuft in Stufen.
Kompetenz entsteht durch Annäherung.
Sicherheit wächst durch Erfahrung.
Nicht jeder Schritt muss perfekt sein.Aber ohne ersten Schritt bleibt jede Fähigkeit theoretisch.
Was uns wirklich begrenzt
In der Praxis scheitern viele berufliche Entwicklungen nicht am Können.
Sie scheitern an vorschnellen inneren Urteilen.
Die innere Haltung entscheidet, ob wir:
uns einer Situation öffnen,
sie neugierig prüfen,
oder sie kategorisch ablehnen.
Eine reflektierte Haltung bedeutet nicht, alles annehmen zu müssen.Aber sie bedeutet, nicht vorschnell zu entscheiden.
Ein alternativer Zugang
Statt sofort zu urteilen, könnte die Frage lauten:
Wie weit komme ich, wenn ich mich annähere?
Nicht jede Herausforderung muss gelingen.Nicht jede neue Rolle muss passen.
Aber wer sich zumindest ausprobiert, gewinnt:
Erfahrung,
Selbstkenntnis,
Handlungsfähigkeit.
Und genau dort beginnt berufliche Wirksamkeit.
Fazit: Haltung vor Fähigkeit
Unsere Möglichkeiten enden oft nicht an unseren Fähigkeiten –sondern an unserer inneren Haltung.
Nicht jede Grenze ist real.Manche entsteht zuerst im Kopf –und dort kann sie auch überprüft werden.




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